Tanzen ohne Musik - das wirkt in der Regel eher absurd. Musik ohne Tanz dagegen ist ganz normal, auch bei Musik, die eigentlich von Tanzmusik inspiriert ist. Es gibt unzählige Musikstücke, die sogar im Titel darauf hinweisen - „Tänze“, „Danzas“, „Tango“, „Danse“. Doch sind diese Stücke auch „tanzbar“?
Dieser Frage geht die Pianistin und Violinistin Samira Spiegel in ihrem Programm „Tanzbar?!“ nach.
Dabei erklingen nicht nur Werke, die schon vordergründig durch ihren Titel die Verbindung zum Tanz schaffen, wie der Ungarische tanz von Johannes Brahms oder die Tango Etude von Astor Piazolla, sondern auch Stücke, die ihren tanzbaren Charakter erst beim Zuhören offenbaren. Dabei beleuchtet die Künstlerin ganz unterschiedliche Formen von tanzbarer Musik - von jazzig angehauchten Stücken von George Gershwin über Wiener Walzer á la Chopin bis zu poppigem Funk in Aleksey Igudesmans „Si Señor“.
Eingerahmt wird das Programm von Johann Sebastian Bach. Er war nicht nur ein Meister der Fugenkompositionen sondern schaffte es mit seinen Partiten und Suiten auch die einst höfisch barocke Tanzmusik wie Sarabande, Menuett oder Gavotte in kunstvolle musikalische Kleinode zu verwandeln.