Haus der Kirche

Das Wildbad Rothenburg - Haus der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern

Ein Haus der Kirche mit Geschichte im lieblichen Taubertal

Das 1903 in Dienst genommene, im Stil des späten Historismus entworfene Gebäude des Wildbad Rothenburg ist seit 1983 evangelische Tagungsstätte der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Das Haus liegt im lieblichen Taubertal unterhalb der historischen mittelalterlichen ehemaligen Reichsstadt Rothenburg o.d.T. Ein wunderschöner Park umgibt das Gebäude und lädt die Gäste zum Verweilen und zur Erholung ein.

Das Wildbad Rothenburg und sein Team verstehen sich bewusst als ein Haus der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern. Die Arbeit des Hauses ist geprägt von einem offenen, von der christlichen Nächstenliebe geprägten Menschenbild. Die Mitarbeitenden des Hauses begegnen allen Gästen des Hauses mit großer Wertschätzung. Im Haus tagen jährlich viele Tausend Menschen aus Kirche, Gesellschaft und vielen verschiedenen Nationen. Im Jahr 2019 haben im Wildbad über 18.000 Gäste übernachtet. Die meisten davon kamen mit Gruppen zu thematischen Tagungen, etliche haben auch als Individualreisende unser Haus besucht und genossen. Bei unseren hauseigenen Kultur- und Tagesveranstaltungen waren es im Jahr 2019 über 10.400 Gäste.

Im christlichen Geist mit und für Gäste leben – ethisch handeln und leben

Das Wildbad und sein Team leben für und mit Menschen, die im Haus tagen. Es ist allen Mitarbeitenden des Hauses ein großes Anliegen, dass sich die Gäste im Haus wohlfühlen, in unseren Räumen und Sälen unbeschwert tagen können und dabei mit einem hervorragenden Essen verwöhnt werden. In der hauseigenen Kapelle feiern Gäste und auch das Team der Mitarbeitenden gerne Gottesdienst.

Der christliche Anspruch des Hauses wird hier mit Inhalten gefüllt.

Das Haus ist geprägt von einer offenen und transparenten Kommunikation sowohl gegenüber seinen Gästen wie auch zwischen den Mitarbeitenden.

Der hohe ethische Anspruch zeigt sich nicht zuletzt darin, dass das Wildbad Emas plus zertifiziert ist. Im Jahr 2020/21 hat das Haus einen GWÖ-Prozess (Gemeinwohlökononie) durchlaufen und steht kurz vor der Zertifizierung. Umweltbewusster und nachhaltiger, nach Möglichkeit regionaler Einkauf der im Haus verarbeiteten Produkte sind hier genauso im Blick wie das Tierwohl und die nach Möglichkeit ganzumfängliche Verarbeitung aller Produkte. In der „Küchenphilosophie“, die wir dazu im Wildbad-Team erarbeitet haben, zeigt sich das Ergebnis eines intensiven ethischen Nachdenkens. Durch diesen Prozess verändert sich unser Bewusstsein bei Mitarbeitenden wie Gästen im Haus kontinuierlich.

Als Ergebnis ergibt sich die Selbstverpflichtung zu einem ethischen, nachhaltigen und umweltbewussten Handeln in unserem Hause. So ist das Wildbad seit dem Frühjahr 2020 auch biozertifiziert.

Gelebte christliche Ethik als Ergebnis gemeinsamen Nachdenkens will gleichzeitig im Kontakt mit unserem Haus auch unsere Gäste über den Weg der Erfahrung und nicht mit erhobenem Zeigefinger aufmerksam machen und zum Nachdenken über die eigene Lebensgestaltung ermutigen.  Hier zeigt sich beispielhaft, was wir in unserem Leitbild meinen, wenn wir von „Ethik“ und „verantwortlichem Leben“ reden.

Das zentrale Thema: christliche Lebenskunst

Das Thema der christlichen Lebenskunst steht als Leitbegriff für das vielfältige Handeln des Wildbads als Haus der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Ein wichtiger Aspekt der christlichen Lebenskunst ist eine bewusste Gestaltung des Lebens in der christlichen Verantwortung gegenüber Gott, den Menschen und der Mitwelt, also der Bereich des Ethos und der Ethik. Deshalb setzen wir im Rahmen unserer Haustagungen bewusst auch auf ethische Themen. Derzeit beschäftigen wir uns z.B. in einer unserer Tagungen mit dem Thema Umweltethik und Schöpfungsethik. Das jährlich zusammen mit dem KDA stattfindende „Forum Kirche Wirtschaft Arbeitswelt“ widmet sich den vielfältigen Themen der Wirtschaftsethik. Im Jahr 2021 lautete das Thema „Glaubwürdige Diakonie in Zeiten des Wandels.“

Ganzheitlich gelebte christliche Spiritualität

„Beten und Tun des Gerechten“ heißt es in einem Wort von Dietrich Bonhoeffer. Alltägliches Leben aus dem christlichen Glauben ist ein Ausdruck der Spiritualität. Unter dem Stichwort der ganzheitlich gelebten christlichen Spiritualität bieten wir im Kontext unserer Reihe Christliche Lebenskunst in vielfältiger Weise Möglichkeiten, zusammen mit anderen Menschen auf der Suche nach einem gelingenden Leben über das eigene Leben nachzudenken. Sei es z.B. in unserem zweimal jährlich stattfindenden Glaubenskurs Cursillo, unserer Reihe Body and Soul, dem Thema Ora et labora oder der Woche über Hildegard von Bingen. In allen Angeboten beschäftigen wir uns über unterschiedliche Zugänge mit Themen des christlichen Glaubens auf ganzheitliche Weise. Der ganze Mensch mit Leib und Seele ist von Jesus Christus als Zeichen größter göttlicher Liebe erlöst worden. Das darf der Mensch auch ganzheitlich wahrnehmen und in unseren Kursen erfahren. Dazu nutzen wir vielfältige Methoden der Körperarbeit, der Meditation, des Schweigens, des Gesprächs und des Naturerlebens. Nicht zuletzt ist auch die Beschäftigung mit Gottes Wort und die Feier des gemeinsamen Gottesdienstes wichtiger Bestandteil unserer spirituellen Arbeit.

Segen leben

Unter der Überschrift Segen leben ist im Wildbad durch Förderung der Landeskirche in Kooperation mit dem evangelischen Erwachsenenbildungswerk Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch e.V. ein zweijähriges Projekt entstanden, das sich mit dem Thema Kasualien beschäftigt, also Taufe, Konfirmation, Hochzeit, Tod und neueren kasuellen Anlässen der Begegnung mit dem Evangelium. Das Feld ist sehr vielfältig.  Ziel ist es, durch Bildungsangebote Menschen im Wildbad und im Arbeitsbereich von Bildung evangelisch, die Möglichkeit zu geben, sich mit den biographie- und glaubensbezogenen Themen zu beschäftigen. Dieses Projekt ist gleichzeitig Ergebnis einer auf Zukunft ausgerichteten weitreichenden Kooperations- und Netzwerkwerkarbeit des Wildbads in Zusammenarbeit mit Einrichtungen im regionalen ländlichen Raum.

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Das Wildbad und die Kunst

Schon im Namen des Leitbegriffs der christlichen Lebenskunst nehmen wir den Begriff der Kunst wahr. Schon zu Zeiten des Erbauers des Wildbades, Friedrich Hessing, war das Wildbad ein Ort, an dem Kunst und Kultur großgeschrieben wurden. Im Theatersaal des Hauses gab es schon in der Gründerzeit regelmäßig Kulturveranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen.

Das ist auch heute noch so. Das Wildbad lädt in der Zeit zwischen Ostern und Erntedank Sonntag für Sonntag unter der Überschrift Kultur sonntags um drei Menschen aus Nah und Fern zu seinen Konzerten, Lesungen und Kabarettveranstaltungen ein.  Neben zahlreichen Ensembles und Chören und Gruppen arbeitet das Haus gezielt auch mit den Musikhochschulen von München, Nürnberg und Würzburg zusammen. Die qualitativ hochwertigen Veranstaltungen stehen allen Menschen offen. Lediglich um eine Spende wird gebeten. Damit können auch Menschen teilnehmen, die sich sonst vielleicht keinen Konzertbesuch leisten können. Dies zu ermöglichen, ist Teil unseres Selbstverständnisses.

Landeskirchliche Kunstsammlung

Kunst und christliche Lebenskunst sind vielfältig miteinander verflochten. Die evangelische Landeskirche hat dem Wildbad im Jahr 2021 Bilder aus der Landeskirchlichen Kunstsammlung zur Verfügung gestellt. Der Kunstbeauftragte der Landeskirche hat zusammen mit einem kleinen Kuratorium die Bilder ausgewählt und in den Gästezimmern und an verschiedenen Stellen des Hauses wohl überlegt platziert.

Projekt art recidency

Seit dem Jahr 2017 wächst Jahr für Jahr das auf 10 Jahre angelegte Projekt art recidency. Jährlich gastieren für drei Monate Künstler*innen im Wildbad. In dieser Zeit entsteht je ein Kunstwerk, das dann im Herbst im Rahmen eines großen Kunsttages der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Auch hier treffen in der Begegnung mit den Kunstwerken die Fragen nach einem sinnvoll gestalten Leben und einem guten Leben fruchtbar aufeinander. Die Besuchenden sind eingeladen, im Spiegel des Kunstwerkes und im Kontext des gesetzten Themas Anregungen für ihr eigenes Lebens mit nach Hause zu nehmen. Regelmäßige Kunstführungen mit Gruppen, Führungen mit Kindern und Schüler*innen bieten ein pädagogisches Begleitkonzept. Aber auch Wegeandachten und Gottesdienste entlang der Kunstwerke laden ein, in tiefe Schichten des eigenen Menschseins vorzudringen.

Kunstpunkte

Unter der Überschrift Kunstpunkte hat das Wildbad im Jahr 2021 ein neues Ausstellungsformat ins Leben gerufen. Als Ausstellungsort dient derzeit eines der interessanten und vielfältigen Treppenhäuser als Ort für die Kunst im Treppenhaus. Im Jahr 2021/22 stellt der namhafte Münchner Künstler Manfred Mayerle hier seine Werke aus.

Christliche Lebenskunst ist kein Selbstzweck. Sie möchte geteilt sein und mit anderen im Gespräch sein. Seien Sie uns herzlich willkommen!

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Kooperation als Teil des Selbstverständnisses

Das Wildbad teilt und arbeitet mit zahlreichen Bereichen von Kirche und Gesellschaft in Kooperationen.

Wir pflegen eine enge und gute Zusammenarbeit mit der ev. Kirchengemeinde St. Jakob in Rothenburg aber auch mit den umliegenden Kirchengemeinden. Wir pflegen bewusst die Ökumene mit anderen christlichen Kirchen. Wir sind offen für das interreligiöse Gespräch.

Zentraler Bildungsort – Kooperation – Netzwerk

In dieser Kooperation entwickelt sich das Wildbad als zentraler Bildungsort für die Region und zusammen mit der Region weiter.

Die Kooperation mit dem Erwachsenenbildungswerk Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch e.V. knüpft an die langjährige Zusammenarbeit mit verschiedenen ev.-luth. Dekanatsbezirken in der Region an. Ursprünglich waren diese für einige Jahre zusammen mit der Diakonie Neuendettelsau Täger des Wildbads.

Heute beteiligt sich das Wildbad in der Zusammenarbeit mit Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch e.V. intensiv an der Errichtung und Pflege einer Bildungslandschaft im ländlichen Raum. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt wurden im Frühjahr 2021 mit Beteiligten aus Ehrenamtlichen, Dekanatssynodalen, und Hauptamtlichen von vier Dekanatsbezirken wichtige Optionen für eine zukunftsfähige evangelische Bildungsarbeit für die kommenden Jahre durchdacht.

Dienstleistungen für Kirchengemeinden, Dekanatsbezirke mit ehrenamtlichen wie auch hauptamtlichen Mitarbeitenden im Kontext der Herausforderungen der evangelischen Kirche bis zum Jahr 2035 sind hier im Blick.

Aber auch Kooperation mit anderen Institutionen werden zunehmend wichtiger.  Seit den Jahr 2020 ist das Wildbad Prüfungsort für das 1. Kirchliche Examen geworden. Die Kooperation mit verschiedenen Hochschulen und deren Lehrenden ist in den vergangenen drei Jahren deutlich gewachsen. Als Beispiele dienen das Lebenskunstseminar in Kooperation mit der FAU Erlangen der Hochschule Nürnberg, Universität Bamberg und der Universität Münster und ihren jeweiligen ev. Fachbereichen. Ab dem Jahr 2022 finden im Rahmen eines von der DFG geförderten Netzwerkes christlicher Lebenskunst, bei dem auch das Wildbad Mitglied ist, jährlich ein wissenschaftliches Symposium zur Lebenskunst statt. Ebenso fand im Bereich der christlichen Spiritualität eine liturgische Singwoche statt, bei der der theologische Fachbereich der FAU Erlangen, die Augustana Hochschule Neuendettelsau und das Institut für Evang. Religionspädagogik der Uni Würzburg beteiligt sind.  Weiter geplant sind ein Seminar im Kontext von Religionswissenschaft und Praktischer Theologie zusammen mit der FAU Erlangen zum Thema Achtsamkeit, Zen und Yoga im Spiegel von christlicher Spiritualität. Oder die Woche vor Ostern 2022 Stille vor Gott, ebenfalls zusammen mit dem Institut für Praktische Theologie im theologischen Fachbereich der FAU Erlangen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Alle Veranstaltung richten sich sowohl an Studierende wie auch an Interessierte aus Kirche und Gesellschaft.

 

Im Kontext von Profil und Konzentration ist das Wildbad gleichzeitig im Gespräch mit anderen Institutionen aus dem Bereich der Landeskirche: Wie zum Beispiel mit dem KDA, dem Gottesdienstinstitut in Nürnberg, dem Amt für Gemeindedienst. Weitere Kooperationen im Rahmen der sich verändernden Situation innerhalb der evangelischen Landeskirche sind angedacht bzw. im Gespräch. Da sie noch nicht abgeschlossen sind, bzw. noch am Anfang stehen, können sie an dieser Stelle noch nicht genannt werden. Weiter arbeitet das Wildbad im Arbeitskreis der evangelischen Häuser sowohl in Bayern wie auch deutschlandweit mit.

 

Das Wildbad – Ort von „Kirche bei Gelegenheit“ – „Gemeinde auf Zeit“

Das Wildbad versteht sich in seiner Arbeit als Haus der evangelischen Kirche in Bayern als „dritter Ort“. Im Wildbad ereignet sich wichtige Arbeit in der Kommunikation des Evangeliums im Kontext von „Kirche bei Gelegenheit“ (Michael Nüchtern) und „Gemeinde auf Zeit“ (Peter Bubmann u.a.). Eine große Zahl unserer Gäste sind Gruppen aus Kirchengemeinden, die für ihre Tagung ganz bewusst einen guten Raum außerhalb der Gemeinde suchen, um hier in Ruhe und in guter Atmosphäre tagen zu können.  Viele Gäste aus unterschiedlichen Bereichen aus Kirche und Gesellschaft, die zu unseren Tagungen kommen, sind Menschen auf der Suche. Es kommen aber auch viele Menschen, die keinen Kontakt zu ihrer Kirchengemeinde am Wohnort haben. Es sind vielfach Menschen, die in einer tiefen Sehnsucht nach Lebenssinn das Wildbad als spirituell offenen und anregenden Ort, der explizit christlich ausgewiesen ist, wählen. Sie sehen in unseren Angeboten eine gute Gelegenheit, im offenen Austausch mit anderen Menschen und vielleicht sogar Gleichgesinnten, ihren persönlichen Lebensweg zu entdecken und im Alltag gestärkt gehen zu können.

In seiner vielfältigen Arbeit im Kontext der christlichen Lebenskunst ist das Wildbad Rothenburg mit Freude und im Vertrauen auf Gottes Geist Haus der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Von Dr. Wolfgang Schuhmacher
Leiter des Wildbad Rothenburg

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